Sehenswertes

Lochau hat viel zu bieten, wer Kultur und sehenswerte Bauten mag, ist in Lochau bestens versorgt. Historische Bauwerke, wie das schmucke Schulhüsle und moderne Bauten, wie der Kaiserstand geben sich die Hand und zeigen die Entwicklung der Gemeinde Lochau. Die perfekte Lage der Gemeinde Lochau macht es auch möglich, auf kurzem Weg Sehenswertes in der Umgebung zu erkunden.

Altes Schulhüsle

Das Alte Schulhüsle wurde um 1760 unter Kaiserin Maria Theresia erbaut. Die Lochauer Kinder gingen hier in die Schule bis zum Jahre 1900. Es war also 130 Jahre lang die Bildungseinrichtung der Lochauerinnen und Lochauer. Das „Alte Schulhüsle“ ist das älteste noch erhaltene Schulhaus in Vorarlberg und daher von hoher kultureller Bedeutung.
Durch die fachgerechte Restaurierung in den Jahren 1993 bis 1995 wurde es zu einem Schmuckstück in Lochau und ist heute unter anderem Trausaal unserer Gemeinde.

Bregenzer Festspiele
© Stefan Kothnerkl

Große Oper mit Seeblick

Anspruchsvolles Musiktheater, beste Unterhaltung für ein großes Publikum und bleibende Momente unter freiem Himmel gehören bei den Bregenzer Festspielen zusammen. Die größte Seebühne der Welt ist Hauptanziehungspunkt des Sommerfestivals, zu dem alljährlich im Juli und August über 200.000 Besucher strömen. Wenn die Sonne langsam im Bodensee versinkt und die Lichter rund um das Ufer erglühen, beginnen für rund 7.000 Besucher spektakuläre Opern-Inszenierungen in außergewöhnlichen Bühnenbildern.

Ein wichtiger Akteur ist die Opernkulisse. Sogar James Bond wurde auf die preisgekrönten Bühnenbilder aufmerksam und jagte in Ein Quantum Trost Bösewichte quer durch das Festspielareal. Wenn der Blick des Zuschauers nach links und rechts schweift, fällt ein anderer entscheidender Faktor ins Auge: die Natur mit ihren nahen Alpengipfeln und dem Vorarlberger Bodensee. Urbanes Flair und die entspannte Stimmung eines lauen Sommerabends machen das Erlebnis Seebühne komplett. Eine neugierig vorbeischwimmende Entenfamilie passt da bestens ins Bild.

1946 begann das Spiel auf dem See, heute ist es das Herzstück eines international renommierten Festivals. Dazu gehören auch die Oper im Festspielhaus, Konzerte mit den Wiener Symphonikern und dem Symphonieorchester Vorarlberg sowie zeitgenössische Werke auf der Werkstattbühne. Sehenswerte Museen und Galerien – sowohl in Bregenz als auch im umgebenden Vier-Länder-Eck – tragen zu einem stimmigen Gesamtbild bei. Kunst und Kultur sind hier nicht einer kleinen Kulturelite vorbehalten, sondern für alle da.

„Festspiele wie diese sind eine ideale Einstiegsdroge“, befand die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Und das ZDF heute journal titelte: „Für ein paar Wochen im Sommer ist Bregenz eben immer auch ein bisschen Hollywood.“

Die Bregenzer Festspiele 2019 finden von 17. Juli bis 18. August statt, Tickets und Informationen unter www.bregenzerfestspiele.com.

Das Gericht Hofrieden – Brauereigasthof Reiner

Anders als heute handelt es sich bei einem Gericht vom Spätmittelalter bis in die Neuzeit um eine territoriale Einheit für Rechtsprechung und Verwaltung, mithin um einen Bezirk. Im Gericht Hofrieden, seit 1523 bei Österreich, ist der Landammann von Bregenz niedergerichtlich zuständig, das heißt er hält Gericht und protokolliert die angezeigten Frevel, damit sie später von seinen Beamten abgestraft werden können. Ende des 18. Jahrhunderts einigen sich Landammann Wilhelm Rhomberg und die Geschworenen der Gerichtsgemeinden Lochau, Hörbranz, Hohenweiler, Möggers mit Eichenberg, Rieden mit Kennelbach, Fluh und Langen auf Lochau als Gerichtssitz, worauf 1789 an der Straßengabelung Lindau-Heimenkirch mit dem Bau des barocken Profanbaus mit leicht geschwungenem Mansarddach begonnen wird, dessen Fenster bei geöffneten Läden ein durchgehendes Band bilden. Doch bereits 1808 wird das Gerichtsgebäude mit der Aufhebung der Landstände unter bayerischer Herrschaft überflüssig, als anstelle der aufgelösten Gerichte die noch heute bestehenden Bezirksgerichte errichtet und die bisher den Landgerichten angehörenden Gemeinden zu selbständigen Verwaltungskörpern erklärt werden. Das bereits seit 1801 von Adlerwirt Johannes Reichart bewirtschafte Gerichtsgebäude wird Privatbesitz und gelangt 1860 nach mehrmaligem Besitzerwechsel in das Eigentum des Lauteracher Bierbrauers Johann Reiner. Dieser verlegt seine Brauerei von Schloss Hofen ins Dorf und erweitert beides, Gast- und Bräuhaus. Seine Nachkommen bauen die Brauerei erneut aus, so dass in Spitzenzeiten jährlich 10 000 hl Bier gebraut werden, ehe das Bierbrauen 1978 in Lochau endet. Der ehemalige Gasthof Adler und heutige Brauereigasthof Reiner blickt zurück auf eine nahezu 160-jährige Geschichte in Familienbesitz.
Quelle: Gemeinde-Chronik Lochau 1186 bis 1986, Hg. Gemeinde Lochau, Verf. Erwin Bennat, Lochau 1986

Das Seehotel am Kaiserstrand

Das heutige Seehotel blickt zurück auf eine bewegte Vergangenheit. Der Fremdenverkehrspionier Georg Haubner (1850 bis 1918) von Rotkreuz bei Lindau beginnt am Beginn des vergangenen Jahrhunderts mit dem Bau des ausladenden Gebäudekomplexes. Zunächst im Hotel Reutemann in Lindau tätig, heiratet er die Tochter des Besitzers und übernimmt die Leitung des angesehenen Hauses. 1905 erwirbt er den Edelsitz Maihof samt Gutshof vom Freiherrn von Pöllnitz-Frankenstein am Unterhochsteg. Haubner erkennt die herrliche Lage der Grundstücke an der Mündung des Lochauerbachs in den Bodensee und erwirbt mit dem Gasthaus „Zum Anker“ auch das Grundstück auf der Halbinsel westlich der Bahnlinie, um darauf seinem Sohn, einem angehenden Mediziner, eine Heilstätte zu bauen, in der dieser als leitender Arzt praktizieren soll.

Nach dem Bau des Mitteltrakts 1910, dem 1912 der zweite Abschnitt nach Plänen des Bregenzer Architekten Willibald Braun folgt, entschließt sich Haubner – nachdem der hoffnungsvolle Sohn früh stirbt –, den Neubau als erstklassiges, mit allem Komfort ausgestattetes Hotel in Betrieb zu nehmen. Nach einem Besuch von Kaiser Karl I. mit seiner Gemahlin Zita von Bourbon-Parma 1917 ergeht die Genehmigung von seiner Kaiserlichen Durchlaucht, den Betrieb unter dem Namen „Kaiser-Strand-Hotel“ zu führen. Trotz allerbester Voraussetzungen – 250 Gästebetten, Schiffsanlegestelle vor dem Haus und unmittelbare Nähe zur Schnellzugstation Lochau-Hörbranz – muss Hotelier Haubner noch im selben Jahr als Folge des 1. Weltkriegs Konkurs anmelden. Doch noch im darauffolgenden Jahr gelingt es dem rührigen Unternehmer dank tatkräftiger Unterstützung eines befreundeten Fabrikanten das Hotel zu sanieren und wieder zu eröffnen, er stirbt jedoch kurz darauf. Nach seinem Tod wird es von Anton Thierheimer übernommen, einem gebürtigen Lochauer, der neben dem nahegelegenen „Jägerhof“ auch das Parkhotel in München betreibt. Er gründet eine Ges.m.b.H. mit dem Namen „Kurheim Strandhotel Lochau“ mit dem Bregenzer Bürgermeister Dr. Ferdinand Kinz als Geschäftsführer, der das Hotel durch Zubauten, darunter eine „Odeon“ genannte Konzerthalle, erweitern lässt und zu Pfingsten 1921 glanzvoll eröffnet. Doch die schwierige Wirtschaftslage nach dem Krieg setzt dem Betrieb weiter zu, und 1925 muss das stolze Hotel an den Verband der Gemeindebeamten in Baden verkauft werden.

Neben seiner neuen Funktion als Erholungs- und Ferienheim für die Mitglieder des Verbands frequentieren aber auch Privatgäste das zu den besten Gaststätten des Bodenseegebiets zählende Hotel, ehe die von Adolf Hitler gegen Österreich verhängte sogenannte 1000-Mark-Sperre nicht nur dem Strandhotel den Todesstoß versetzt, sondern den österreichischen Fremdenverkehr insgesamt beinahe zum Erliegen bringt.

Nach dem sogenannten „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich 1938 übernimmt die Deutsche Zollverwaltung das Hotel, die es mit großem Aufwand umbaut und ab 1940 als Reichszollschule zweckentfremdet. Doch der Krieg zwingt dem ehrwürdigen Gemäuer bald weitere Funktionen auf. Ab 1942 zum Reservelazarett umgewandelt, wird es nach der Niederlage im Mai 1945 von den französischen Besatzungstruppen übernommen und als Kaserne verwendet. Zwei Jahre vor dem Abschluss des Staatsvertrags wird die Kaserne 1953 wieder an Österreich zurückgegeben, worauf auf dem Geländekomplex die Rhomberg-Kaserne eingerichtet wird, benannt nach dem 1647 im Abwehrkampf gegen die Schweden gefallenen Anführer des Dornbirner Aufgebots Thomas Rhomberg.

Bis 1997 bleibt das Österreichische Bundesheer hier stationiert, ehe die Kaserne 2005 an private Investoren verkauft wird. Nach grundlegender Sanierung erfolgt 2010 die Wiederaufnahme des Hotelbetriebs als „Seehotel am Kaiserstrand“.

Quelle: Gemeinde-Chronik Lochau 1186 bis 1986, Hg. Gemeinde Lochau, Verf. Erwin Bennat, Lochau 1986; https://www.seehotel-kaiserstrand.com/hotel-bodensee/Zimmer-Hotel/geschichte, aufgerufen am 26. Aug. 2018

Franz Winkler – ein begnadeter Musiker

Franz Winkler wuchs in einer musikalischen Familie auf, die Hausmusik gehörte zur täglichen Übung. Als Sänger und Komponist feierte Franz Winkler schon 1929 in Buenos Aires seine ersten Erfolge. Möglichweise aus Heimweh komponierte er dort das Lied „Fliege mit mir in die Heimat“. 1939 begann er mit seiner Schwester Albertine als Gesangsduo unter „Geschwister Winkler“ aufzutreten. Noch im gleichen Jahr schloss sich auch Winklers Frau Ingeborg an und so wurde das Duo zum „Winkler Trio“. 1947 zog die Familie nach Lochau. Die Gruppe hatte nun zahlreiche Auftritte in der Bodenseeregion, legendär ist sein Lied „Die Fischerin vom Bodensee“. Die Gruppe vergrößerte sich erneut zum Franz-Winkler-Quartett, als Winklers Tochter Olga mit dem Akkordeon dazu stieß. An seinem Wohnhaus am Haggen in Lochau erinnert eine Gedenktafel an Franz Winkler.

Klausturm und Villa Gravenreuth

Der efeuumrankte Klausturm mit seinen Doppelmauern und Schießscharten war einst das Herzstück der Verteidigungsanlagen am Klausberg und seine Schanzen und Bastionen erstreckten sich bis unter die Felswände der Hellfluh und an den Bodensee, so dass der Verkehr von und nach Bregenz durch seine ständig bewachten Doppeltore mit Zugbrücke hindurch musste. Erst mit der Verlegung der Straße an das Seeufer 1831 verliert der Klausturm seine Bedeutung als militärisches Bollwerk im Norden Vorarlbergs. Graf Maximilian, der Sohn des bayerischen Generalkommissärs Karl Ernst Freiherr von Gravenreuth, lässt 1852 den alten Wachturm ausbauen, mit einem Balkon versehen, auf der Bergseite erweitern und im Stil des Historismus mit gemauerten Zinnen versehen. Der Versorgung der Turmbewohner dient ein nördlich des Klausbergs gelegener Bauernhof. An seiner Stelle und in herrlichster Lage wird 1869/70 ein modern und luxuriös eingerichteter Sommersitz des Grafen, die „Villa Gravenreuth“ errichtet. Nach dem 1. Weltkrieg von einem Wiener Juwelier erworben und bis 1928 bewohnt, übernehmen den Besitz später die Wolldeckenfabrikanten Sannwald, deren Nachkommen ihn noch heute bewohnen.
Quelle: Gemeinde-Chronik Lochau 1186 bis 1986, Hg. Gemeinde Lochau, Verf. Erwin Bennat, Lochau 1986

Loch-AU … Loch-NESS

Man könnte meinen diese beiden Schauplätze und „Ungeheuer“ wären eng miteinander verwandt. Seit 1999 befindet sich am Spielplatz beim Lochauer Schwarzbad das „Ungeheuer von Lochau“. Der Lochauer Künstler Andreas Gorbach hat eine Plastik geschaffen und hier am See, an einem Ort der Begegnung zwischen Jung und Alt, aufgestellt. Für ihn sind Kunstobjekte an Orten der Begegnung wichtige Impulse zu Gesprächen und sozialen Kontakten. Die „Seeschlange“ ist durch ihre imposante Größe und Form schon von weitem sichtbar und besonders für Kinder ein Anziehungspunkt. Die glatte Oberfläche und die runden Formen laden zum Klettern und Rutschen ein.

NONOS art.design.gallery OG

Franziska und Mercedes Welte

Wellenstein 1
6911 Lochau
Telefon: +43 6763308942
Telefon: +43 6763308940
E-Mail: info@nonos.at
Web: www.nonos.at

Die zeitgenössischen Arbeiten der NONOS Künstlerinnen Franziska und Mercedes Welte sind eine interessante Auseinandersetzung mit „Form und Farbe“, die auch gleichzeitig die Charakteristika ihrer NONOS Skulpturen sowie deren Erschafferinnen selbst bilden: Aus gebogenem Stahl, Fiberglas, Epoxydharzen sowie lichtechten Pigmenten entstehen Figuren, die tanzend Bewegung und Farbe zu einer fließenden Form der Sinnlichkeit, purer Lebensfreude und Weiblichkeit verbinden. Durch die dynamische Bearbeitung sowie dem Spiel mit verschiedensten Farb-, Material- und Lichtflächen umhüllt die NONOS eine ganz eigene Leichtigkeit. Lassen Sie sich verzaubern und genießen Sie Kunst im
Skulpturengarten sowie im Anwesen Wellenstein.

Die Ausstellungsräume sowie der Skulpturen Garten können nach telefonischer Anmeldung und persönlicher Terminabsprache besichtigt werden.

Oberlochau

Es ist umstritten, ob es sich bei diesem ehemaligen Edelsitz tatsächlich um das bereits 1291 erwähnte „Gut von Bregenzercluse“ handelt, das Rudolf I. von Habsburg (1218 bis 1291), der erste König aus dem Haus Habsburg, von Graf Rudolf von Montfort († 1334) kaufte. Es wäre dies die erste Erwerbung der Habsburger auf dem Gebiet des späteren Vorarlberg gewesen. Eindeutig ist hingegen eine spätere Quelle von 1444, in der es heißt: „Das Gut, genannt Oberlochen mit Weingarten, Ackern, Wiesen, Holz, Feld und aller Zugehörung.“ Dieses Gut wird im Jahr 1629 dem Hans Heinrich Schmid von Wellenstein und seiner Schwester verliehen. In den Jahren danach scheinen eine Reihe verschiedener Geschlechter als Inhaber auf, bis es 1648 Anton Messner übernimmt, der zugleich die niedere Gerichtsbarkeit sowie das uneingeschränkte Nutzungsrecht an Wald und Wild im Gericht Hofrieden erwirbt. Ihm und seinen Erben folgt 1696 Johann Georg Wocher, Rat des Deutschen Ordens und Obervogt der Herrschaft Achberg, dessen Familie sich nun auch „Wocher zu Oberlochen und Hausen“ nennt. Die Familie bleibt bis 1832 im Besitz des Anwesens, das 1834 mit Kaufvertrag an den Wocher‘schen Pächter Josef Hehle übergeht. Seine beiden unverheirateten Söhne, der Gemeindevorsteher Felix Hehle und sein Bruder Bartholmä, verkaufen den Ansitz 1894 an den Orden der Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul in Zams.

Nach dem Ableben der beiden Hehle-Brüder beginnen die Schwestern im Jahr 1926 mit dem Abbruch des alten Wohnhauses und mit dem Neubau eines Heims für unheilbar Kranke, in dem ab 1928 120 Menschen ein neues Zuhause finden. Der ehemaligen Neubau wird 1948 durch den Lang- und 1954 den Schlussbau erweitert. 1956 wird die Hauskapelle gebaut, in den Jahren 1978 bis 1980 kommt ein Neubau mit 54 Betten für chronisch kranke Menschen hinzu. 1981 und 1982 wird der Langbau saniert und in den Folgejahren erfolgen weitere Modernisierungen. Der Name "Jesuheim" verweist auf die Beziehung zum Jesuheim in Girlan. Er steht als Gütesiegel für den christlichen Geist des Hauses.

Quellen: Gemeinde-Chronik Lochau 1186 bis 1986, Hg. Gemeinde Lochau, Verf. Erwin Bennat, Lochau 1986; Jesuheim: https://www.soziale-einrichtungen.at/leben/jesuheim/portrait-geschichte.html, aufgerufen am 22. Aug. 2018

Römisch Katholische Pfarre Franz Xaver Lochau

Landstraße 15
6911 Lochau
Telefon: +43 5574 42433
E-Mail: kanzlei@pfarre-lochau.at
Web: www.pfarre-lochau.at

Der Bau der heutigen Lochauer Pfarrkirche in den Jahren 1843/44 bereitete den Weg zur Errichtung der Pfarre Lochau. Wie die meisten der um Bregenz liegenden Gemeinden, war auch Lochau kirchlich Teil der Pfarre St. Gallus, Bregenz. Die Bestrebungen nach einer eigenen Pfarrei zeigen allerdings viel weiter zurück. Schon im Jahr 1561 ist in einem Schreiben von Papst Pius IV. davon die Rede, dass Johannes Werner von Raitau, Herr zu Lochen und Hofen um die Errichtung der Pfarre bittet. Bis zur Verwirklichung sollte es allerdings noch fast 300 Jahre dauern.

Römisch Katholische Pfarre Herz Jesu, Bregenz

Kolpingplatz 1
6900 Bregenz
Telefon: +43 5574 90180
E-Mail: pfarrbüro@kath-kirche-bregenz.at
Web: kath-kirche-vorarlberg.at

Die Kirche ist dem Herzen Jesu geweiht: Sie ist auch im kirchlichen Leben das "Herz" der Pfarrgemeinde. Sie wurde von 1905 bis 1908 im neugotischem Stil erbaut und im Jahr 1958 sowie zwischen 1992 und 1984 renoviert. Vorher gehörten die Ortsteile Bregenz Nord und Lochau Süd zu St. Gallus.

Kapellen

Kapelle Flühlen (Flühlen)
Gemauerter Rechteckbau mit 3/8-Schluss aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, eternitgedecktes Satteldach mit Glockentürmchen, Putzquaderung an den Ecken, Spitzbodenportal und Spitzbogenfenster an den Längsseiten; im inneren Betraum mit Spitztonne und historischer Ornamentmalerei, neuromanischer Altar mit Kruzifixus des 19. Jahrhundert.

Kapelle Heilige Dreifaltigkeit (Fallenberg)
2003 an Stelle mehrerer Vorgängerbauten errichteter verschindelter Holzbau unter Satteldach mit Glockenturm auf Betonsockel.

Magdalena Kapelle (Bregenzer Straße)
1643 - erste verbriefte Erwähnung der Kapelle in einem Urbar des Klosters Mehrerau zur Klausmühle.

1648 - Pater Franz Ransperg, Chronist und Verfasser vieler Urkunden und Schriften jener Zeit, weist die Kapelle in seinem "Vorarlberger Kriegsgeschichtsbuch 1600 bis 1648" bzw. in seinen Plänen über die Verteidigungsanlagen an der Schanz gegen die Schweden aus.

1831 - Ing. Alois von Negrelli - damals Adjunkt und Kreis-Bauamtsleiter in Bregenz - verlegt die durch die Tore an der Schanz, am Klausberg und an der Unoth führende steile Bergstraße an das Bodenseeufer. Dabei wurde die Magdalena-Kapelle verlegt und (250jährig) neu errichtet. Dafür spricht auch die Feststellung des Bundesdenkmalamtes 1986, dass die "derzeit" ruinöse Kapelle aus der Biedermeierzeit 1800 bis 1848 stammen dürfte.

1834 - In der Standrede von Stadtpfarrer Ch. Anton Walser, anlässlich der hier wohl letzten Hinrichtung am 12. Dezember (Joh. Georg Rohner wegen Mord), ist die Kapelle als "Armensünderkapelle" ausgewiesen. In den Überlieferungen zur 400jährigen Kapelle weisen die Bezeichnungen "Galgenkapelle", "Büßerkapelle", "Magdalena-Kapelle nach Magdalena der Büßerin", "Armensünderkapelle" doch deutlich auf die Verwendung und Veranlassung der Kapelle an der ehemaligen Richtstätte hin.

Kapelle Heilige Theresia (Pfänder)
1929 nach Plan von Anton Reichart errichteter Holzbau mit eingezogenem polygonalem Chor, schmalem offenem Vorzeichen unter Walmdach mit Glocken-/Zwiebelturm. Im Inneren tonnengewölbter holzgetäfelter Betraum mit kleiner Empore in sehr qualitätsvoller Ausführung; Altarbild Heilige Theresia vor Maria mit Kind, Seitenaltäre um 1930.

Kapelle Heiliger Rochus (Kugelbeer)
Einfacher, gemauerter Rechteckbau unter biberschwanzziegelgedecktem Satteldach aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts; asymmetrische Eingangstüre; im inneren Betraum mit Holzbalkendecke und Flügelaltar aus der Pfarrkirche von Lochau um 1890.

Kapelle Herz Jesu (Haggen)
Der Ursprung dieser Kapelle ist nicht mehr überliefert, liegt aber ohne Zweifel schon sehr weit zurück. Sicher aber ist ihr Standort von einem oder auch von mehreren frommen Vorfahren wohlüberlegt gewählt worden. Steht sie doch an einem wichtigen Kreuzungspunkt der alten Tauf-, Hochzeits- und Bahrwege am Lochauer Berg.

Hier, an der uralten Fahrstraße von Lochau-Kugelbeer zum Pfänder, nahmen die weiteren Wege zu den Anwesen am Grünegger, der alte Weg über Altreute zum Hintermoos und Pfänder, der Weg über Buchenberg und Flühlen zum Pfänder, sowie auch der steile Fußweg über den Stehlen hinunter zur Klausmühle ihren Anfang.

Die "Berger" gehörten ja bis in die jüngste Zeit nach Erbauung der neuen Pfänderstraße, also noch rund 100 Jahre länger als die Lochauer Talbewohner, kirchlich zur ehemaligen gemeinsamen Mutterpfarre Bregenz.

Verständlich, dass unsere gläubigen Vorfahren nach mühsamem Aufstieg oder vor dem beschwerlichen Bergab das Bedürfnis hatten, hier eine kurze Rast an besinnlicher Stätte zu halten. Ein Gasthaus war ja bis zur letzten Jahrhundertwende nicht in der Nähe.

Wer weiß, ob die Kapelle nicht schon nach dem Schwedeneinfall anno 1646/47 als Stätte der Besinnung und Erinnerung an unsere gefallenen Landsleute erstellt wurde? Es fanden ja besonders in dieser Umgebung die schwersten Abwehrkämpfe statt.

Ruine Alt-Hofen

Auf einer Kuppe oberhalb von Schloss Hofen befindet sich das älteste Wahrzeichen der Gemeinde Lochau, die 1281 urkundlich erstmals erwähnte, wohl im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts errichtete und heute Alt-Hofen genannte Burg Lochen. Deren Namensgeber, ein gleichnamiges Dienstmannen- und Ministerialengeschlecht, ist mit Konrad von Lochen 1186 erstmalig fassbar. Keiner der zahlreichen nach ihm kommenden Herren von Lochen, die als Familienwappen einen von Silber und Schwarz gespaltenen Schild sowie einen Schwanenhals als Helmzier führen, scheint explizit als Inhaber der Burg auf, die als Lehen der Grafen von Montfort-Bregenz zu gelten hat. Einer von ihnen, Friedrich von Lochen († 1365), macht in der Ferne Karriere. Er wird 1341 Marschall von Dänemark und kämpft gegen die Holsteiner und Schweden, ehe er in die Dienste des Markgrafen Ludwig von Brandenburg aus dem Haus Wittelsbach eintritt, in dessen Gefolgschaft er es bis zum Landeshauptmann von Brandenburg bringt. Sein neuer Herr ist der zweite Gemahl von Margarethe Maultasch, der letzten Gräfin von Tirol, nach deren Tod das Land 1363 an die Habsburger übergeht.

Dass der schwäbische Städtebund die Anlage 1452 gebrochen habe, findet sich zwar in der Literatur immer wieder, ein zuverlässiger Beweis dafür fehlt indes. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gelangt die Anlage in die Hand der Herren von Raitenau, die noch 1579 als Besitzer des allt burgstall Lochen erwähnt sind. Die Burg ist zu dem Zeitpunkt also bereits eine Ruine oder jedenfalls nicht mehr bewohnt. Der Umstand, dass deren Trümmer beim Bau der neuen Anlage von Schloss Hofen Verwendung finden, zieht die Burgruine wohl ebenso in Mitleidenschaft wie die natürliche Verwitterung sowie wiederholte Erdrutsche südlich und nördlich der Anlage. Heute sind noch Reste der zur ältesten Bauphase zu zählenden Ringmauer zu sehen, außerdem Teile eines Torbaus und einer gedrungenen turmartigen Geschützbefestigung. Die Ruine Alt-Hofen ist das älteste Kultur- und Baudenkmal der Gemeinde.

Quellen: Gemeinde-Chronik Lochau 1186 bis 1986, Hg. Gemeinde Lochau, Verf. Erwin Bennat, Lochau 1986; Alois Niederstätter, Die Vorarlberger Burgen. Innsbruck 2017

Schloss Hofen

Schloss Hofen ist neben dem Hohenemser Palast der zweite bedeutende Renaissancebau Vorarlbergs. Das in den Jahren 1585 bis 1616 errichtete imposante Schlossgebäude samt Kapelle und zwei Zwiebeltürmchen geht zurück auf Hans Gaudenz von Raitenau und seinen Sohn Hans Werner IV., die Schloss Hofen („Neu-Hofen“) an der Stelle der bereits 1496 unter Hans Werner II. von Raitenau errichteten St.-Oswald-Kapelle erbauen. Die Familie kann sich des vornehmen Ambientes jedoch nicht lange erfreuen, Hans Werners Sohn Franz Andreas, „Edler Herr auf Raitnau, Freiherr zu Hofen“ wird als Vogt der Herrschaft Bregenz-Hohenegg 1646 wegen angeblicher Verbrechen verhaftet und eingekerkert. Im zwischenzeitlich verwaisten Schloss schlägt der schwedische Generalfeldmarschall Carl Gustav Wrangel 1647 sein Hauptquartier auf, um in der letzten Phase des 30-jährigen Krieges von hier aus die Einnahme von Bregenz anzuführen. Nach zwölfjähriger Haft wegen Schuldlosigkeit entlassen, stirbt Franz Andreas 1658 kinderlos, mit ihm endet die Hofener Linie der Raitnauer. 1659 wird das freigewordene Lehen mitsamt dem Recht der niederen und hohen Gerichtsbarkeit auf eigenem Territorium an den Freiherrn und späteren Grafen Johann Georg von Königsegg-Rothenfels verliehen. Einer der Besitznachfolger lässt rund 100 Jahre später auf der Anhöhe einen Galgen errichten, der zwar nie zum Einsatz kommt, von dem jedoch noch heute der Flurname Galgenbühel zeugt. Auf die Grafen von Königsegg-Rothenfels folgen 1680 die Freiherren von Stotzingen und im 18. Jahrhundert zunächst Franz Joseph Maria von Debern und Joseph Benedikt von Clavell, dessen Nachfolger im Gebäude eine Bierbrauerei einrichten.

Der Orden der Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul in Zams erwirbt das Schloss 1908 und führt darin ein Heim für geistig behinderte Kinder und im 1. Weltkrieg ein Genesungsheim für verletzte Soldaten. Das Land Vorarlberg kauft Schloss Hofen erstmals 1929 und stellt es dem Kinderrettungsverein zwecks Einrichtung einer Mädchenerziehungsanstalt zur Verfügung, die weiterhin von den Barmherzigen Schwestern geführt wird, bis die Mädchen 1936 in ein anderes Heim übersiedeln müssen. Bis zum Ende des 2. Weltkriegs dient das Schloss der Wehrmacht als Reservelazarett, ehe es 1951 vom Vorarlberger Gastgewerbeverband erworben und als Hotelfachschule und Hotel geführt wird. Das Land Vorarlberg kauft die Anlagen 1972 erneut und eröffnet am 28. November 1981 nach umfassender Generalsanierung das „Landesbildungszentrum Schloss Hofen“. Die schon lange profane Kapelle dient nun im Rahmen der Bildungsstätte als „Wolf-Dietrich-Saal“ für Seminare und andere Veranstaltungen.

Quelle: Gemeinde-Chronik Lochau 1186 bis 1986, Hg. Gemeinde Lochau, Verf. Erwin Bennat, Lochau 1986

Wellenstein

Weithin sichtbar präsentiert sich der Ansitz Wellenstein in schöner Hanglage in unmittelbarer Nähe der schon vor rund 3000 Jahren bewohnten Nagelfluhhöhlen unter dem „Stein“. Bereits 1338 als „Gut vor dem Staine“ erstmals erwähnt, stiftet Hainrich Boner der Jüngere der Bregenzer Galluskirche 1469 eine ewige Jahrzeit für seinen Schwiegervater und verordnet dafür einen Zins von seinem „Gutt im Stain und allem siner zugehörd zu nächst von der Klus zu Bregentz gelegen“. Der Name „Wellenstein“ scheint urkundlich erstmals 1569 auf, als Ulrich Reutin aus dem gleichnamigen Bregenzer Bürgergeschlecht für seine militärischen Verdienste geadelt wird und fortan den Namen „Ulrich Reuttin von Wellenstein“ führt. Wahrscheinlich ist er es, der daraufhin das Schlösschen mit Hauskapelle für sich und seine Nachkommen baut. Die Namenswahl erfolgt wohl in Anlehnung an das nahe Bodenseeufer, auch das Reutinsche Wappen mit geschlossenem Helm und Schwan lässt darauf schließen.

Das Geschlecht der Reutin von Wellenstein stirbt früh – schon mit der dritten Generation – aus, ihm folgt durch Verehelichung der Erbtochter mit Heinrich Schmid wieder ein Angehöriger eines Bregenzer Bürgergeschlechts auf dem Wellenstein, die Schmid vereinigen sogleich ihr Wappen mit dem der Reutin bei gleichzeitiger Übertragung des Adelsprädikats „von Wellenstein“. Doch auch das Geschlecht der „Schmid von Wellenstein“, aus dem einige berühmte Männer hervorgehen, stirbt aus. Ihm folgen als Herren auf Wellenstein die Locher von Angerzell, der Bregenzer Johann Georg Deuring und noch ein paar andere, ehe es 1647 an den Obristen Anton von Messner geht, den späteren Besitzer von Oberlochau. Der herrschaftliche Amtmann Benedikt Reichart erwirbt das Gut 1686 gleichzeitig mit Schloss Wolfurt, er nennt sich von da an „Reichart von Wolfurt und Wellenstein“. 1791 wird das Anwesen von dessen bisherigem Pächter Ambros Hehle mitsamt einer großen Alpe bei Sibratsgfäll erworben, das dessen Nachkommen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts im Familienbesitz halten. Heute präsentiert sich das 1965 renovierte und 1982/83 generalsanierte Schlösschen als architektonisches Kleinod und Blickfang am südlichen Ortseingang von Lochau.

Quellen: Gemeinde-Chronik Lochau 1186 bis 1986, Hg. Gemeinde Lochau, Verf. Erwin Bennat, Lochau 1986; Vorarlberger Landesarchiv, Urkunde 1202 vom 14. März 1469